Dreiflüsse-Trachtengau Passau

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Unwetter zieht eine Schneise der Verwüstung

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„Ein Datum, das vieles verändert hat“

In der Nacht von 18. auf 19. August hat sich das Landschaftsbild des nördlichen Landkreises Passau und der angrenzenden Gemeinden im Landkreis Freyung-Grafenau verändert. Ein Unwetter mit orkanartigen Stürmen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 130km/h zog über den nordöstlichen Teil des Dreiflüsse-Trachtengaus Passau. Das Naturschauspiel dauerte nur ca. 30 Minuten, aber die Folgen des Unwettersturmes in der Nacht von Freitag auf Samstag werden noch lange zu sehen sein.

Die Liste der Schäden ist lang und die Dimension des Unwetterschadens ist kaum zu begreifen. Passaus Landrat Franz Meyer hat in einer Pressemitteilung die Schäden aufgelistet, die die Ausmaße erahnen lassen. An Gebäuden und Infrastruktur in den betroffenen Gemeinden im nördlichen Landkreis Passau entstand ein Schaden von mindestens 40 Millionen Euro. Der Schaden in den Wäldern beträgt 70 – 100 Millionen Euro.Durch einen Unwettersturm am 18.08. wurde die Waldkapelle des Trachtenvereins „D’Freundenseer“ Raßreuth durch umstürzende Bäume zerstört. (Bilder: Trachtenverein „D’Freudenseer“ Rassreuth)

Wie stark sich das Landschaftsbild im unteren bayrischen Wald verändert, wird an den Wäldern sichtbar. Die entstandene Kahlfläche in den Wäldern beträgt nach ersten Hochrechnungen rund 3200 Hektar – das entspricht 3200 Fußballfeldern. Insgesamt waren knapp 12.000 Hektar Waldfläche vom Sturm betroffen, das ist ein Drittel der Waldfläche im Landkreis Passau. Die durch den Windbruch verursachte Schadholzmenge liegt bei rund 1,5 Millionen Festmeter, das entspricht einem Zehntel der jährlichen Holzeinschlagsmenge in ganz Bayern.

Während mit der Reparatur von Dächern und Wohnhäusern bereits begonnen wurde, werden die Schäden an den Wäldern noch über Jahre und Jahrzehnte sichtbar sein. Aber auch viele Kleindenkmäler, wie Wegkreuze und Kapellen, die die Kulturlandschaft im Dreiflüsse-Trachtengau prägen, sind dem Sturm und den umstürzenden Bäumen zum Opfer gefallen. So wurde auch die Waldkapelle in Sickling fast vollständig zerstört. Die Kapelle bei Hauzenberg ist eine der Kapellen, die von den Mitgliedern des Trachtenvereins „D’Freudenseer“ Raßreuth betreut und gepflegt wird.

Die Kapelle mit einem alten Gnadenbild der Gottesmutter von Altötting wurde vom Trachtenverein „D’Freudenseer“ 1969 völlig neu aufgebaut. und 2016 grundlegend renoviert. Bei dieser Renovierung wurde eine neue Dachschalung angebracht und das Dach neu eingedeckt. Man kann das Ausmaß des Schadens zurzeit noch nicht endgültig feststellen. Der Wald rundherum ist eine einzige Katastrophe. Riesige Bäume liegen kreuz und quer, auf und neben der Kapelle. Der Zugang zur Kapelle ist fast unmöglich.

Als erste Maßnahme haben die Raßreuther Trachtler das Gnadenbild und die alten Votivtafeln, die auch davon zeugen, dass in der Kapelle viel gebetet wurde und man den Schutz und die Hilfe der Mutter Gottes gefunden hat, aus der Kapelle entfernt und in Sicherheit gebracht. An eine Reparatur können die Trachtler erst denken, wenn der Schaden im Wald und an den Zugangswegen behoben ist. Allerdings steht bereits jetzt fest, dass die Kapelle wiederaufgebaut wird, um diese Kulturgüter für die nächsten Generationen zu erhalten.

Das alte Gnadenbild der Mutter Gottes von Altötting, die Votivtafeln und Heiligenfiguren konnten auch aus dem zerstörten Innenraum gerettet werden.

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